ACRL Speed-Cup

Kurze Strecken und viel Tempo

ACRL Speed-Cup

1.6. – 28.6.2020
Hennigsdorf und Umgebung
800m / 1500m / 3000m / 5000m
meist schönes Laufwetter

Ergebnis

Männer:13 von 29
AK MU60:2 von 7

Ergebnisliste

Urkunde

Video

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Presse

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Veranstalter

Die dritte Auflage der ACRL bestand aus vier Rennen zwischen 800m und 5000m. In diesen vier Wochen wurde mal richtig Tempo gemacht. Dazu bot sich der Juni eigentlich auch perfekt an. Die Grundlagen wurden in den letzten Monaten gelegt. Jetzt heißt es diese Grundlagen in Tempo und Schnelligkeit umzusetzen. Zugegeben, mit zunehmenden Alter fällt es immer schwerer richtig schnell zu laufen. Deshalb muss man es üben 🙂

02.06.2020 – 800m – 2:29min (3:05 min/km)

Rundum zufrieden bin ich mit diesen ersten 800m. Nach einem gründlichen Warm Up mit Lauf-ABC und ein paar Steigerungsläufen kam eine für meine Verhältnisse überragende Zeit von 2:29min heraus. Hätte ich nicht unbedingt so erwartet. Allerdings bin ich auch noch nie 800m als isoliertes Einzelrennen gelaufen. Sollte man aber mal machen, um seine Fähigkeiten besser einschätzen zu können. 

10.06.2020 – 1500m – 5:21 min (3:34 min/km)

Diese 1500m waren um einiges härter als die ersten 800m dieser Serie. Wie schon bei den 800m gab es ein ausgiebiges Warm Up mit Lauf-ABC und ein paar Steigerungsläufen. Nach den ersten Metern merkte ich schon, dass ich nicht richtig ausgeruht und frisch war. Kämpfen war also angesagt. Die 1500m zogen sich gefühlt unendlich in die Länge. Mit der Zeit war ich dennoch ziemlich zufrieden. Die kurzen Tempoeinheiten sind nicht so meine Sache, aber dafür war es dann doch ganz gut. 

19.06.2020 – 5000m – 18:42 min (3:44 min/km)

Das war heute eine ziemlich harte und zähe Einheit. Von Anfang lief es nicht wirklich 100%ig rund. Nach dem ersten Kilometer ging der Zeitschnitt immer weiter in den Keller. Ich hatte aber heute irgendwie nicht den Pepp um noch zulegen zu können. So rettete ich mich buchstäblich mit letzter Kraft ins Ziel und musste erstmal kräftig durchatmen. Es läuft halt nicht jeden Tag perfekt. Am Ende war ich dennoch ein wenig stolz, dieses virtuelle Rennen beendet zu haben und nicht dem inneren Drang folgend einfach aufzuhören.

23.06.2020 – 3000m – 10:36 min (3:32 min/km)

Am heutigen Tag stehen gleich zwei Einheiten auf dem Plan. Am Vormittag der 3000m Lauf und am Nachmittag die 7,5km für die R&L-Liga auf dem Rad. Die 3000m liefen sehr gut, viel besser als vor einigen Tagen die 5000m. Ich fand von Anfang an einen super Rhythmus und lief auch nicht zu schnell an. So konnte ich auf dem letzten Kilometer sogar noch etwas zulegen. 10:36 min bei 3:32 min/km waren die Enddaten für diesen Lauf. Da meine PB bei 10:29 min liegt und schon 9 Jahre alt ist, bin ich natürlich super happy noch einmal in diese zeitliche Region zu kommen.

Das waren 4 ziemlich anstrengende Läufe. Kurz, aber dafür sehr intensiv. Dazu musste man seine 

 

1. Virtuelle Rad- und Lauf-Liga

Der einsame Kampf gegen die Uhr

1. Virtuelle Rad- und Lauf-Liga

10.04. – 01.05.2020

Hennigsdorf und Umgebung

Laufen:
400m/1000m/5km/10km/21,1km

Radfahren:
25km/50km/100km

meist sonnig und schönes Wetter

Ergebnisliste

Veranstalter

Mitte April nahm Marco Fiedler vom SV Stahl Hennigsdorf die Idee der virtuellen Laufserie auf, entwickelte diese weiter und startete das Format einer Rad- und Lauf-Liga.

Die Laufserie bestand aus 5 verschiedenen Laufdistanzen vom kurzen 400m Lauf bis hin zum Halbmarathon. Ähnlich sah es bei den Strecken für die Radliga aus – 3 Zeitfahren von 25 bis 100km. Dieses Wettkampfformat ist für einen Triathleten, der seine Stärken eher beim Laufen und Radfahren hat, ideal.

11.04.2020 – 10km – 38:41min (3:52min/km)

Der erste Lauf für die R&L-Liga war gleichzeitig der 4. Lauf der ACRL. Dieser 10er lief definitiv super. Eine sub39min Zeit. Hätte ich so nicht unbedingt erwartet, zumal ich 3 Wochen vorher 1:39min langsamer war. Das ist schon ein gewaltiger Leistungssprung, aber das Training bzw. die Läufe der ACRL liefen in der Zwischenzeit wirklich sehr gut.

12.04.2020 – 100km Zeitfahren – 2:53:40h (34,55 km/h)

Ich entschied mich den längsten Kanten auf dem Rad gleich als erste Einheit zu fahren. Dazu fuhr ich von Hennigsdorf Richtung Alt-Friesack zum
Neuruppiner See, drehte dort und fuhr wieder zurück. Waren insgesamt über 120km. Nach 100km stoppte ich einfach mal die Uhr ab. Eigentlich wollte ich nur
eine schöne lange Radrunde drehen. Es war kein klassischen Zeitfahren. Trotzdem war das Tempo nicht allzu schlecht. Etwas mehr wäre sicher noch gegangen.

18.04.2020 – Halbmarathon – 1:58:08h (4:11min/km)

An diesem Tag lief ich innerhalb der ACRL den Marathon. An diesem Tag hatte ich wirklich gute Beine und eine perfekte Renneinteilung. Die erste Hälfte
lief ich genau in 1:30h. Erstaunlicherweise konnte ich das Tempo auf den zweiten 21,1km sogar noch etwas steigern. Knapp 2 Minuten schneller. Das ist so
ziemlich das Idealste was man bei einem Marathonlauf machen kann. Das habe ich vor einigen Jahren auch erst einmal geschafft. Meist war die zweite Hälfte um
einige Minuten langsamer als der erste Abschnitt. So kamen also 1:28:08h in die Wertung für die 1. Rad- und Lauf-Liga.

21.04.2020 – 1000m – 3:21min

Diesen Kilometer bin ich unmittelbar im Anschluss an ein intensives Radtraining bei Zwift gelaufen. Sozusagen als Koppeltraining. Knapp 500m kurz
die Beine locker laufen und dann 1km Vollgas. Die Zeit war echt eine positive Überraschung für mich, da ich noch nie 1000m auf Zeit gelaufen bin.
Wenn, dann nur als 6x1000m Block im Intervalltraining.

22.04.2020 – 400m – 1:09min (2:52 min/km)

Diese 400m habe ich mir in einen 17km Graundlagenausdauerlauf eingebaut. Zunächst einmal 5km locker einlaufen. Dann die 400m all-out. Danach locker weiter. Das Gleiche was für die 1000m gilt, gilt auch hier. 400m als Rennen waren absolutes Neuland für mich. Ich könnte mir aber durch vorstellen, dies ab und an
mal in meinen Trainingsplan einzubauen.

23.04.2020 – 50km – 1:19:19h (37,82 km/h)

Die letzten beiden Tage standen ganz im Zeichen der kurzen, intensiven Laufstrecken. Es war ziemlich intensiv und um die eigentliche Kerneinheit herum gab es noch weitere Kilometer zu laufen. So ging es heute nicht ganz ausgeruht auf die 50km. Da ich die Distanz als Pendelstrecke gefahren bin, dürften sich Wind Vor- und Nachteile ausgeglichen haben, obwohl man immer das Gefühl hat man fährt im Gegenwind. Ich habe versucht die 5km Splits im Bereich von 8 Minuten zu fahren, was mir bis zum Ende hin sehr gut gelungen ist. Das war schon eine rundum gelungene Performance.

24.04.2020 – 25km – 38:39min (38,81 km/h)

Das war heute vielleicht nicht der allerbeste Tag um die 25km auf den Asphalt zu brennen. Zum einen steckte mir der 50iger von gestern noch in den Beinen, zum anderen gab es heute einen sehr heftigen Wind. Auf den ersten 12,5km kam dieser brutal von vorn und von der Seite. Ein paarmal hat es mich fast in den Straßengraben gedrückt. Wie unrythmisch diese 25km waren erkennt man am besten an den 5km Splits. 7:54min / 8:59min / 8:18min / 6:25min / 6:57min. Was für eine Streuung. Das war heute definitiv sehr hart und All-out. Damit sind aber die letzten Kilometer für die 1. Rad- und Lauf-Liga gefahren. Bleiben nur noch 5km zu laufen…

26.04.2020 – 5km – 19:09min (3:50 min/km)

Diese 5km waren gleichzeitig der letzte Lauf für die ACRL und für die 1. R&L-Liga. 5 Kilometer klingen recht einfach im Vergleich zu einem Halb- oder Marathon. Heute habe ich mich jedoch von Anfang bis Ende des Laufes sehr schwer getan. Ich hatte in den vergangenen Tagen sehr intensiv trainiert und bin auch ein 50 und 25km Zeitfahren für die Rad- und Lauf-Liga gefahren. Daher hatte ich nach nur einem Tag Pause recht schwere Beine. Ich habe mich dennoch so gut es ging „durchgekämpft“.

Mein Fazit für die 1. Rad- und Lauf-Liga fällt durchweg positiv aus. Die Mischung der verschiedenen Distanzen hat mir sehr gefallen. Der Mix aus Rad und Lauf sowieso. Mit meinen einzelnen Ergebnissen kann ich mehr als zufrieden sein. Wenn man bedenkt, dass dies alles irgendwo allein zustande gekommen ist und der direkte Kontakt zu den anderen Sportlern gefehlt hat. Jetzt freue ich mich auf die 2. Rad- u. Lauf-Liga, die Mitte Mai beginnt. Dort habe ich versucht ein paar eigene Ideen mit einzubringen, weil Marco mich gefragt hatte. Ich hoffe nach Abschluss dieser zweiten virtuellen Rad- u. Laufserie mal wieder ein reales Rennen bestreiten zu können, allerdings ohne Mund- und Nasenschutz. Mittlerweile hat die anfangs durchaus berechtigte Vorsicht vor dem Virus meiner Meinung nach zu einem völlig überzogenen und nicht mehr nachvollziehbaren Reglementierungsverhalten geführt. In wenigen Wochen werden tausende Existenzen zerstört und was man den Kindern und Jugendlichen gerade für ihre Zukunft antut, macht mich echt wütend. Ich hoffe, die Entscheidungsträger bekommen dafür irgendwann ihre Quittung.

Virtuelle Anti Corona Running League

Meine erste virtuelle Laufserie

Anti Corona Running League

15.3. – 26.4.2020
Hennigsdorf / Umgebung

10km
Halbmarathon
1 Meile
10km
Marathon
5km

Ergebnis

Männer:20 von 91
AK M50:2 von 11

Ergebnisliste

Urkunde

Video

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Presse

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Veranstalter

Ich denke, die Anti Corona Running League (ACRL) war die erste virtuelle Laufserie in Deutschland. Mitte März ging es los mit einem 5km Lauf, der allerdings nicht gewertet werden konnte, weil die Veranstalter, die Daten nicht richtig auswerten konnten. Klar, alles war mit der heißen Nadel gestrickt und keiner wusste, welches Echo der Aufruf zu dieser ACRL hat. Und so liefen mehr als 100 Leute ihre 5km zwar umsonst (da kein Wertungslauf), aber jeder hatte ein geniales Training unter Wettkampfbedingungen.

15.3.2020 – 5km – 19:37min (3:55min/km)

Ein schneller 5er sollte der Auftakt sein. Wie gesagt – im Nachhinnein ohne Wertung. Egal, war ein sehr intensiver Tempolauf und als Standortbestimmungsehr gut geeignet.

21.3.2010 – 10km – 40:15min (4:01min/km)

Der erste virtuelle Wertungslauf über 10km. Es war ziemlich windig, teilweise mit recht böigem Seitenwind. Heute wurde mir während des Laufens auch klar, wie schwer es ist gegen virtuelle Gegner zu laufen und die Motivation hoch zuhalten. Schließlich könnte man jederzeit anhalten oder auch langsamer laufen. Trotzdem habe ich mich Kilometer für Kilometer durchgebissen und blieb am Ende nur knapp über der magischen 40 Minuten Grenze. Immerhin Platz 2 in der Alterklasse MU60 deutschlandweit.

Allein der Blick auf die Gesamtwertung zeigt, wie stark die Ergebnisse dieses ersten Laufes waren. Meine 40:15min reichten gerade mal zu Platz 70 von 190 Läufern und  Läuferinnen.

28.3.2020 – Halbmarathon – 1:26:19h (4:05min/km)

Der zweite Wertungslauf war gleich ein Halbmarathon. Das Wetter meinte es wieder sehr gut. Es war sonnig und der Wind wurde erst zum Ende hin etwas stärker. Ich fühlte mich heute sehr gut. Ich konnte das Tempo von km zu km steigern ohne wirklich in den roten Bereich zu kommen. Heute merkte ich zum ersten Mal in diesem Jahr, dass das Grundlagenausdauertraining des Winters sehr gut war und meine Form ansteigend ist. In der AK war es heute der 3. Platz, insgesamt Platz 46 von 182.

4.4.2020 – 1 Meile (1609m) – 6:01min (3:44min/km)

Der kürzeste Lauf der gesamten Serie, dafür der Intensivste. Ich wusste gar nicht wie lang 1609m sein können. Wieder Platz 3 in der AK. Insgesamt waren heute 107 Läufer und Läuferinnen schneller als ich. Da muss ich wohl oder übel wieder das Tempo- und Intervalltraining intensivieren.

11.4.2020 – 10km – 38:41min (3:52min/km)

Der zweite 10er der Serie. Diesmal 1:39min schneller als vor 3 Wochen. Das ist schon ein gewaltiger Sprung in der Form. Eigentlich aber nicht überraschend, wenn man unter der Woche gut trainieren kann und an jedem Wochenende einen Wettkampf all-out läuft. Platz 2 in der AK war der Lohn. Insgesamt Platz 53 von 163.

18.04.2020 – Marathon – 2:58:16h (4:13min/km)

Der Höhepunkt der Laufserie. Verrückt. Ein Marathon ganz allein ist vielleicht nicht so ungewöhnlich, dass man diesen aber mit maximaler Anstrengung für sich allein läuft, dann schon doch. Das Wetter war wie in den Wochen davor wieder top. Viel Sonne. Punkt 9 Uhr ging es los. Auf dem Mountainbike wurde ich von meiner Frau begleitet, so hatte ich immer einen Schluck Wasser parat. Die ersten 3-4 Kilometer lief ich so mit 4:30 min/km los und wurde dann sukzessive schneller. Als ich die Halbmarathonmarke bei genau 1:30h passierte, dachte ich das erste Mal an eine Zeit von unter 3 Stunden. Das wäre ja der Wahnsinn im Training. Überraschenderweise lief die zweite Hälfte noch besser als die Erste. Nochmal knapp 2 Minuten schneller. Am Ende eine Zeit von 2:58h. Unglaublich, ein starker Wille kann Berge versetzen. Wieder Platz 2 in der AK.

26.04.2020 – 5k – 19:09min (3:50 min/km)

Der letzte Lauf der ACRL war praktisch der nachgeholte erste Lauf der Serie. 5 Kilometer klingen recht einfach im Vergleich zu einem Halb- oder Marathon. Heute habe ich mich jedoch von Anfang bis Ende des Laufes sehr schwer getan. Ich hatte in den vergangenen Tagen sehr intensiv trainiert und bin auch ein 50 und 25km Zeitfahren für die Rad- und Lauf-Liga gefahren. Daher hatte ich nach nur einem Tag Pause recht schwer Beine. Ich habe mich dennoch so gut es ging „durchgekämpft“. Die Zeit war im Vergleich zum Lauf vom 15.3.2020 gar nicht mal so schlecht. Knapp 30 Sekunden schneller. Ich denke aber, dass eine sub19min heute eigentlich unter normalen Voraussetzungen drin gewesen wäre. Aber egal, dann halt beim nächsten Mal. In der AK war es heute der 3. Platz. 

Ich hätte nicht gedacht, dass mir diese 6 Wochen virtuelles Laufen solchen Spaß bereiten würden. Es war eine echte Bereicherung und super Ergänzung für den  wöchentlichen Trainingsplan. An jedem Wochenende fand praktisch ein Tempolauf unter Wettkampfbedingungen statt. Meine Laufform hat sich deutlich gesteigert.

In der Overall-Wertung bin ich erstaunlicherweise auf Platz 20 ein gekommen, obwohl das Niveau sehr, sehr hoch war. Selbst der deutsche Meister über 3000m hat es insgesamt nicht auf Platz 1 geschafft. Beim Marathon ging der Sieg mit einer Zeit von unter 2:20h weg. Unglaublich.

In meiner Altersklasse MU60 (das hört sich echt schlimm an) bin ich auf Platz 2 ein gekommen. Da dies eine virtuelle Laufserie mit Beteiligung aus allen Landesteilen war, bin ich mit diesem Abschneiden natürlich sehr zufrieden.  

Corona & Ironman

Corona - was nun?

Das Jahr 2020 hat im März für uns alle eine sehr unerwartete Wendung genommen. Die Konsequenzen ziehen sich durch unser gesamtes Leben. Auch der Sport bleibt davon nicht unberührt. Der Feind heißt Corona ist unsichtbar, aber doch allgegenwärtig.

Aufgrund der Pandemie wurden ab Mitte März alle Wettkämpfe, Laufserien und sogar das Vereinstraining behördlich verboten und abgesagt. Von einem Tag zum anderen war die gesamte sportliche Jahresplanung null und nichtig. Das ist besonders schmerzlich bei Events, die einen Anmeldevorlauf von einem Jahr haben. Und auch das Training für diesen zumeist „großen“ Wettkampf startet mit einem Vorlauf von bis zu 10 Monaten. In meinem Fall ist (oder war) dies der Ironman Austria am 5. Juli 2020 in Klagenfurt über die Langdistanz (3,8 km – 180 km – 42,2 km). Dieser wurde vor ein paar Tagen für den Juli abgesagt und in den September verschoben. Wahrscheinlich geht man bei Ironman davon aus, dass jeder Amateursportler sein Leben auf so ein Event ausrichtet. Klar ganz easy… Flug und Hotel für den Juli stornieren (auf allen Stornokosten sitzenbleiben) und dann für den September neu buchen. Ach  ja und auch das langfristige Training einfach umschmeißen und neu beginnen. Jeder Depp, der etwas von Trainingsperiodisierung versteht, weiß, dass man einen Jahresplan nicht so einfach umbauen kann. Außerdem weiß heute niemand, ob der Wettkampf im September dann überhaupt stattfinden kann. Vielleicht hat das Virus auch Lust sich länger bei uns einzunisten. Wer weiß?

Kurzum, ich habe meinen Startplatz für den September storniert und auch eine angebotene Verschiebung in den Juli 2021 passt bei mir nicht. Läppische 25% der Anmeldegebühr von über 500 Euro zahlt Ironman zurück. Aber man schreibt, dass man traurig ist, dass der Sportler nicht dabei sein kann. Was für eine Heuchelei und was für eine Abzocke. Es war ja irgendwie schon immer klar, dass die Krake Ironman eine geld-geile US-Firma ist, bei diesen horrenden Anmeldegebühren. Naja, eines ist Fakt – ich bin geheilt und werde sicher nie wieder bei Ironman ein Rennen bestreiten. GANZ SICHER! Und ich kann nur jeden dazu aufrufen es mir gleich zu tun. Es gibt so viele lokale, kleinere Triathlon Events (auch auf der LD). Niemand braucht Ironman! Soviel zu zum Thema Ironman und Triathlon in diesem Jahr. Ich denke, die Triathlon Saison in diesem Jahr ist gelaufen.

Wenn man jedoch begeisterter Sportler ist, fällt es schwer sich zu Hause hinzusetzen und zu warten bis die Pandemie vorbei ist. Und so habe ich versucht aus der Situation das Beste zu machen. Das Training allein im Wald oder auf der Straße war glücklicherweise weiter erlaubt. Und da auch der Arbeitgeber derzeit wenig Wert auf seine Angestellten legt, hat man plötzlich mehr Zeit zum Training als jemals zuvor. Da muss man sogar auf die Bremse treten, um nicht ins Übertraining zu geraten. Das fällt derzeit besonders schwer, da das Wetter sich seit Wochen von seiner besten Seite zeigt und praktisch jeden Tag von morgens bis abends die Sonne scheint. Ein Traum.

Aber irgendwo in unserem tiefsten Inneren sind wir Sportler doch auch den Wettstreit Mann gegen Mann bzw. Frau gegen Frau gewöhnt. Und wenn wir ehrlich sind, brauchen wir das auch. Das rundet unser Training erst so richtig ab. Niemand trainiert wochenlang vor sich hin ohne Ziel. Dies fällt zumindest sehr schwer. Und so erblickten die ersten virtuellen Events das Licht der Welt. Ja mehr noch, virtuelle Lauf- und/oder Rad-Serien sind dabei sich zu etablieren. Fakt ist, dieses Format ist kein hundertprozentiger Ersatz, aber eine echte Alternative, die Spaß bringt und aus „normalen“ Trainingsläufen intensive, virtuelle Wettkämpfe macht.

In den letzten Wochen habe ich an zwei virtuelle Wettkampfserien teilgenommen. Mitte März startete die Anti-Corona-Running-League und im April die 1. Rad- und Lauf-Liga. Vorab soviel – es hat irre viel Spaß gemacht und es kamen unglaubliche  Ergebnisse dabei heraus. Dazu in den nächsten Tagen mehr.

Virtuelle Wettkampfserien

Virtuelle Rad- und Lauf-Liga… was zum Geier ist das??

Seit Mitte März hat sich unser Leben, so wie wir es bislang kannten, stark verändert. Ein unsichtbarer Feind hat unser Land zu Stillstand gebracht und tiefe Einschnitte in unserem beruflichen, familiären und sportlichen Leben verursacht.

Nun kann man jammern und sich zu Hause einschließen und hoffen irgendwann wird alles wieder so, wie es mal war (was sicher nicht passieren wird) oder man
versucht das Beste aus dieser Situation zu machen.

Und so gibt es seit einigen Wochen Laufveranstaltungen in virtueller Wettkampfform auf diversen Online Plattformen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht
um E-Sport, also Zocken vor dem Computer, nein, man muss sich schon bewegen und das, wenn man will, hin bis zur persönlichen Leistungsgrenze. Ganz wie man will.

Ich selbst bin derzeit sportlich in zwei virtuellen Cups unterwegs. Die Anti-Corona-Running-League startete im März und beinhaltete 6 verschiedene Laufstrecken von 5km bis hin zum Marathon). Parallel dazu gibt es bis Ende April noch die 1. Rad- und Lauf-Liga organisiert und initiiert vom EMB-Cup Koordinator Marco Fiedler (SV Stahl Hennigsdorf). Auch hier muss man verschiedene Strecken laufen und/oder Radfahren. Man merkt, dass eigentlich alle Teilnehmer von diesem virtuellen Format begeistert sind und dennoch könnte die Beteiligung meines Erachtens noch viel größer sein. Das Wetter bietet uns derzeit ideale Bedingungen, um Outdoor Sport zu betreiben. Daher bieten gerade jetzt die virtuellen Wettkampfserien eine Plattform, um weiterhin Wettkampf-orientiert sportlich aktiv zu bleiben. Strava, als Plattform für Social Media im Ausdauersport, bietet darüber hinaus noch die Möglichkeit sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen, so dass wenn man will, auch der soziale Kontakt nicht verloren geht.

Doch wie funktioniert das alles? Was brauche ich dazu? Wo muss ich mich anmelden? Kostet das was?

Ich glaube, dass sind die Fragen, die sich jeder stellt, der nicht jeden Tag im Internet laufend oder Rad-fahrend unterwegs ist. Daher werde ich an dieser Stelle mal versuchen, das Wichtigste zusammenzufassen.

Es wird ab Montag, dem 11. Mai 2020 die 2. Rad- und Lauf- Liga geben. Diese ist bis Ende August ausgeschrieben. Jeder kann mitmachen, anmelden muss man sich nicht und Startgelder gibt es natürlich auch nicht.

Den Link zur Ausschreibung findet man hier.

Im 2 Wochen Rhythmus sind jeweils eine Lauf- und eine Radstrecke ausgeschrieben, die innerhalb des angegebenen Zeitraumes zu bewältigen sind. Jeder erbringt seine Leistung für sich in seinem gewohnten Umfeld.

Nach 2 Wochen ergibt sich eine Ergebnisliste, die über die Altersklassen ausgewertet wird. Ähnlich wie in der realen Welt werden gemäß der Platzierung Punkte in den Altersklassen
vergeben.

Wie werden die Ergebnisse nun erfasst und ausgewertet?

Punkt 1

Man braucht ein GPS-fähiges Gerät mit dem man seine Lauf- oder Rad- Einheit speichert. Wichtig ist, die geforderte Strecke als eigene Einheit zu speichern. Wenn also z.B. 5km zu laufen sind, kann man auf seiner angestammten Hausrunde locker loslaufen. Wenn man meint, dass das Warm Up abgeschlossen ist und man bereit ist, startet man seine GPS-Uhr und stoppt diese nach 5km (so genau man das halt hin bekommt) und speichert die Einheit.
Danach kann man je nach Vorliebe seine Uhr wieder starten und weiterlaufen.

Den virtuellen Wettkampf einfach als Zwischenzeit des gesamten Laufes „ausstoppen“ funktioniert zwar, würde aber die Auswertung unnötig kompliziert machen. Daher soll alles so einfach wie möglich gehalten werden.

Also: Uhr starten – laufen – Uhr stoppen – speichern – fertig.

Punkt 2

Später werden die Rad-/Lauf- Daten auf der dafür eingerichteten Seite eingetragen. Also konkret: Name, Geschlecht, Geburtsjahr, Verein, Zeit und dann GANZ WICHTIG einen Link zu dem Ort, wo man seine Datei gespeichert hat.
Viele haben einen Account bei Garmin, Polar, Suunto, Strava oder wo auch immer. Wichtig ist, dass man seine Einheit öffentlich zugänglich macht, so dass die Organisation der Rad- und Lauf-Liga die eingetragenen Daten überprüfen kann.

Jeder ist für seine Daten natürlich selbst verantwortlich. Sollten die eingetragenen Zeiten von der tatsächlichen Leistung abweichen, wird der Lauf natürlich nicht gewertet. Ehrlichkeit ist gefragt.

Auch muss jeder seine Daten vollständig angeben. Fehlt z.B. der Link zur Datei wird der Rad- oder Laufwettkampf auch nicht gewertet. Es wäre ein sehr hoher Aufwand bei unvollständigen Daten diese immer extra einzufordern. Daher wird nur ein Check durchgeführt, ob alle Daten konsistent sind.

Klar man läuft weiter allein. Dennoch hat man einen unsichtbaren, virtuellen Konkurenten. Das peppt jede Trainingseinheit auf. Meine Erfahrung zeigt, dass man durchaus bereit ist, mehr zu leisten als ohne diesen „Druck“. Ich kann nur jeden einladen dies zu probieren. Am letzten Wochenende stand bei mir im Rahmen der Anti-Corona-Running-League ein Marathon an. Deutschlandweit sind Verrückte wie ich einen Marathon für sich allein auf der jeweiligen Hausstrecke gelaufen. Am Ende standen 2:58h auf meiner Uhr. Wäre ich nicht ansatzweise nur so als Training gelaufen. Und das Ganze hat einen Riesenspass gemacht.
Zu Hause den Rechner an, Zeit eintragen und schauen wie die Anderen gelaufen sind. Am Ende Platz 2 in meiner AK. Das bringt wieder etwas Aufregung und Normalität in den doch derzeit ziemlich tristen Corona Alltag.

Ich hoffe viele von euch an der virtuellen Startlinie zur 2. Rad- und Lauf- Liga zu sehen.